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12.07.2011 erstellt von: Jan Fleischhauer


ADFC kritisiert Radverkehrsführung an Grünberger Straße

Presse_Karte Radweg Grünberger Straße

Vor einem Jahr hat die Stadt Gießen an der Grünberger Straße zwischen „An der Volkshalle“ und „Eulenkopf“ einen neuen Radweg angelegt. Dieser bringt aber nicht nur Vorteile.


Grundsätzlich begrüßt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) entsprechende Angebote für diejenigen Radfahrer, die sich auf der Fahrbahn nicht sicher fühlen. In einem Schreiben an die Stadt Gießen kritisiert der ADFC jedoch die durch die blauen Schilder angeordnete Radwegebenutzungspflicht.

Insbesondere im Kreuzungsbereich Rödgener Straße / Grünberger Straße führt die Benutzungspflicht dazu, dass Radfahrer in Richtung Rödgen innerhalb von 200 Metern zwei Mal die Straßenseite wechseln müssen. Am Ende kommen sie dann wieder dort an, wo sie schon mal waren: Auf der rechten Fahrbahnseite der Grünberger Straße.

Dieses von der Stadt verordnete Hin und Her ist für Radfahrer nicht nur umständlich und mit großen Zeitverlusten verbunden, sondern auch gefährlich, da jede Querung das Unfallrisiko erhöht. Von daher sei es nicht verwunderlich, dass die meisten Radfahrer, die nach Rödgen oder Richtung Studentendorf fahren, den linken Radweg im wahrsten Sinne des Wortes „links liegen“ lassen und stattdessen die Fahrbahn benutzen. Die Stadt müsse die Schilder nun entfernen und die Benutzungspflicht in ein Benutzungsrecht ändern, so der ADFC, der sich für die Beschilderung mit den Zeichen „Gehweg“ + „Radverkehr frei“ einsetzt. Dann dürfen die Radfahrer nach Rödgen legal die Fahrbahn benutzen, wohingegen Bewohner des Eulenkopf-Gebietes weiterhin frühzeitig auf den linken Gehweg wechseln können.

Der ADFC verweist dabei auch auf bundeseinheitliche Verwaltungsvorschriften, die auch für die Stadt Gießen gelten. Diese verbieten linksseitige Radwegbenutzungspflichten Innerorts generell, da die Benutzung von linken Radwegen besonders gefährlich ist. „Seit mehr als 12 Jahren dürfen Benutzungspflichten für Radwege nur ausnahmsweise ausgeschildert werden. Aufgrund der schlechten Unfallbilanzen von Radwegen Innerorts sollen Radfahrer daher grundsätzlich die Möglichkeit haben, die sichere Fahrbahn zu nutzen. Leider hat die Stadt Gießen dieses Bundesrecht bis heute nur an wenigen Stellen umgesetzt“, so der ADFC-Vorsitzende Hartwig Leuer.

Der ADFC fordert daher generell, die Radwegbenutzungspflicht aufzuheben und verweist darauf, dass Radfahrer auf der Fahrbahn deutlich besser wahrgenommen werden und somit z. B. die klassischen Rechtsabbiegeunfälle vermieden werden könnten, die immer dann auftreten, wenn rechts neben der Fahrbahn ein Radweg verläuft und Autofahrer die dort fahrenden Radfahrer beim Abbiegen übersehen.


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