Kopfbild_Ostanlage 2 Fahrraddemo
29.06.2009 erstellt von: Jan Fleischhauer


ADFC: Einbahnstraßen für Radfahrer freigeben

Presse_Einbahnstraßen Danziger Straße

20 Einbahnstraßen sollen für Fahrradfahrer entgegen der Fahrtrichtung freigegeben werden. Diese Forderung vertritt die Gießener Ortsgruppe des Allgemeinen Deutsche Fahrradclub (ADFC) und fordert die Stadtverwaltung auf, die Einbahnstraßen entsprechend zu beschildern.


„Durch die Freigabe wird ein Anreiz geschaffen, dass noch mehr Gießener das Fahrrad nutzen.“ so der ADFC-Vorsitzende Hartwig Leuer, der darauf verweist, dass in Deutschland ein Drittel aller PKW-Fahrten kürzer als drei Kilometer sind. Wenn mehr Bürger auf das Rad umsteigen lässt sich die Umweltbelastung durch Schadstoffe und Lärm in der Stadt deutlich reduzieren, was somit allen Gießenern zugute kommt – selbst denen, die selber bisher wenig Fahrrad fahren.
Bei den vom ADFC vorgeschlagenen Straßen handelt es sich weitestgehend um Wohnstraßen, auf denen wenig Rad- und Autoverkehr vorherrscht und auch in Zukunft nicht mit viel Durchgangsverkehr zu rechnen ist. „Wir denken dabei vor allem an die Anwohner, denen wir Umwege um den eigenen Häuserblock ersparen wollen“ so ADFC-Vorstandmitglied Jan Fleischhauer. „Wenngleich auf den gering befahrenen Straßen auch derzeit schon gegen die Einbahnstraße gefahren wird und alle Seiten dies akzeptieren bzw. tolerieren, schafft eine angemessene Beschilderung für alle Beteiligten vor allem Rechtssicherheit.“
Eine Erhöhung der Unfallgefahr ist nach Angaben des ADFC durch die gewünschten Maßnahmen nicht zu erwarten: Die Unfallgefahr sinkt sogar teilweise wie Studien ergeben haben, da entgegenkommende Radfahrer und Autofahrer direkten Blickkontakt haben. Entgegenkommende Radfahrer tragen außerdem zur Verkehrsberuhigung bei und das derzeit häufig festzustellende Befahren des Fußwegs, welches oft mit Behinderungen und Gefährdungen von Fußgängern verbunden ist, reduziert sich. Diese falsche Nutzung des Fußweges durch Radfahrer zeigt aber auch, dass ein großer Bedarf zur Nutzung der vom ADFC aufgelisteten Straßen besteht.
Entscheidend für die Freigabe der Einbahnstraßen war bisher, dass die Straßen eine Mindestbreite von drei Metern aufweisen, damit Autos und Radfahrer langsam aneinander vorbeifahren können. Zum 1. September wird diese Bestimmung wegfallen, da festgestellt wurde, dass sich die Verkehrsteilnehmer auch auf engeren Straßen verständigen können. Der ADFC verweist jedoch darauf, dass alle von ihm genannten Einbahnstraßen auch die derzeit noch erforderliche Mindestbreite von 3 Metern erfüllen. Da es sich um Wohnstraßen handelt, die meist nur mit 30 km/h befahren werden, sollte nach Ansicht des ADFC die Freigabe problemlos realisierbar sein.
Folgt die Stadt den Vorschlägen des ADFC, wird dieser bald weitere Einbahnstraßen in den Stadtteilen Wieseck und Kleinlinden untersuchen und diese der Stadt vorschlagen, so dass dann nahezu alle Einbahnstraßen im Stadtgebiet für Radfahrer geöffnet sein werden.

Die vom ADFC vorgeschlagenen Einbahnstraßen:

Ahornweg (Freigabe ist im Jahr 2011 erfolgt)
Alicenstraße
Am Alten Friedhof (Freigabe ist im Jahr 2016 erfolgt)
Am Brennofen (Freigabe ist im Jahr 2013 erfolgt)
An der Liebigshöhe (Freigabe ist im Jahr 2011 erfolgt)
Anger (Freigabe ist im Jahr 2012 erfolgt)
Buchenweg (Freigabe ist im Jahr 2011 erfolgt)
Danziger Straße (Freigabe ist im Jahr 2012 erfolgt)
Eichendorfring (Anliegerstraße zum Fasanenweg 138; Freigabe ist im Jahr 2012 erfolgt)
Großer Steinweg (Freigabe ist im Jahr 2013 erfolgt)
Hasenpfad (Freigabe ist im Jahr 2012 erfolgt)
Henselstraße
Kugelberg (Freigabe ist im Jahr 2011 erfolgt)
Nahrungsberg (Freigabe ist im Jahr 2021 erfolgt)
Posener Straße (Freigabe ist im Jahr 2012 erfolgt)
Rabenweg (Freigabe ist im Jahr 2012 erfolgt)
Reichensand (Freigabe ist im Jahr 2015 erfolgt)
Sandgasse/Löbershof (Freigabe ist im Jahr 2013 erfolgt)
Schlesische Straße (Freigabe ist im Jahr 2012 erfolgt)
Wetzsteinstraße (Einbahnstraße wurde 2009 aufgehoben)




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