Kopfbild_Ostanlage 2 Fahrraddemo
20.08.2009 erstellt von: Jan Fleischhauer


Stadt muss 150 Sackgassen für Radfahrer und Fußgänger neu beschildern

Presse_Sackgasse Pestalozzistraße neu

Mehr als 150 Straßen muss die Stadt Gießen mit neuen Sackgassen-Schildern versehen. Radfahrer und Fußgänger sollen so erkennen, dass sie am Ende der Sackgasse ihren Weg im Gegensatz zu den Autofahrern fortsetzen können.


Hintergrund ist die neue Straßenverkehrsordnung, die am 1. September in Kraft treten wird und die ein neues Verkehrszeichen für durchlässige Sackgassen enthält (siehe Bild). Dieses müssen die Kommunen aufstellen, wenn „die Durchlässigkeit einer Sackgasse für Radfahrer und Fußgänger nicht ohne weiteres erkennbar ist.“

Wenngleich die Durchlässigkeit auch bisher mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ deutlich gemacht werden konnte, hat die Stadt davon bisher nur selten Gebrauch gemacht. „Die Radfahrer und Fußgänger wurden in der Vergangenheit leider vergessen“, so der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Hartwig Leuer. „Das Thema brannte uns schon länger unter den Nägeln, jedoch haben wir auf das neue Schild gewartet, weil mit diesem auf einen Blick klar wird, für wen die Straße am Ende passierbar sein wird.“

Die Schilder werden nach Ansicht des ADFC vor allem Neubürgern helfen, da diese im Gegensatz zu den Einheimischen nicht wissen können, ob der Weg weiterführt. Dabei denkt der ADFC insbesondere an die mehr als 4.000 Studierenden, die jedes Jahr in Gießen ein Studium beginnen.

ADFC-Vorstandsmitglied Jan Fleischhauer erinnert sich noch gut daran, als er vor zwei Jahren als Doktorand nach Gießen zog: „Da in meiner norddeutschen Heimat durch Zusatzschilder immer klar erkennbar war, ob Sackgassen durchfahrbar sind, bin ich so manches mal Umwege gefahren, auch weil die meisten Stadtpläne nur wenige Rad- und Fußwege enthalten. Erst mit der Zeit habe ich dann ausprobiert, ob ich nicht doch einen kürzeren Weg finde und fast immer waren dann die Sackgassen für Radfahrer befahrbar.“

Geht es nach dem ADFC, sollen die neuen Schilder nicht nur Neubürgern helfen: „Bei unserer Recherchen haben wir festgestellt, dass auch alteingesessene Gießener nicht alle Fußwegverbindungen kennen.“ Die neuen Schilder sollen daher auch eine Einladung sein, neue, kürzere und wenig befahrene Wegeverbindungen kennen zu lernen: „Wenn Sie also beim nächsten Spaziergang eines dieser neuen Schilder sehen, dann weichen Sie ruhig vom bewährten Weg mal ab“ rät der ADFC und hat dabei auch einen Hintergedanken: „Wir hoffen, dass so noch mehr Bürger das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen oder sich aufs Fahrrad schwingen. Mit den Abkürzungen durch die Sackgassen ist man nicht nur schneller, sondern tut gleichzeitig etwas für Geldbeutel, Gesundheit und die Umwelt.“




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