Kopfbild_Ostanlage 2 Fahrraddemo
09.12.2011 erstellt von: Jan Fleischhauer


ADFC fordert Verbesserungen für Radfahrer am Bahnhof

Presse_Fahrradparken am Bahnhof Nienburg

Nachdem das geplante Fahrradtiefgeschoss am Bahnhofsvorplatz wohl nicht gebaut wird, fordert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Gießen (ADFC) alternative Planungen.


Ein reduzierter Umbau des Bahnhofsvorplatzes, bei dem nur die Busumfahrung mit den entsprechenden Bushaltestellen gebaut wird, kann die derzeitigen Probleme am Bahnhof nicht lösen, da dann noch mehr Fahrräder auf dem Vorplatz und im Bereich der Bushaltestellen wild abgestellt werden. Der ADFC Gießen weist darauf hin, dass die Stadt Gießen das Parken von Fahrrädern auf Fußwegen und Plätzen nicht verbieten kann, da dies generell durch die Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt ist. Die Stadt kann daher ein „Zuparken“ des Bahnhofsvorplatzes durch Fahrräder nur verhindern, indem sie attraktive Anreize dafür bietet, die Räder an anderen Stellen zu parken.

Am attraktivsten wäre für den ADFC weiterhin ein bewachtes Fahrradparkhaus mit Serviceangeboten. Nachdem dies jedoch offenbar nicht realisiert werden soll, verweist der ADFC auf andere Möglichkeiten, für Radfahrende attraktive Abstellmöglichkeiten zu schaffen. Dies könnten sowohl dezentral aufgestellte Fahrradboxen, als auch überdachte Abstellanlagen sein, wie sie bereits an der Lahnstraße oder am Alten Wetzlarer Weg bestehen. Für Radfahrer mit hochwertigen Rädern könnten diese überdachten Abstellanlagen noch mit einem Käfig versehen werden, so dass nur ein begrenzter Nutzerkreis per Schlüssel Zugang zu diesen Fahrradkäfigen hat. Vandalismus und Fahrraddiebstähle wären somit auch ohne Bewachung so gut wie ausgeschlossen. Die Schlüssel (wahlweise Zugangscodes) könnten beispielsweise im Bahnhof oder im Stadtbüro an Pendler gegen eine geringe Gebühr vergeben werden, so wie dies an vielen Bahnhöfen in anderen Städten üblich ist.

Wie der ADFC weiß, fördert das Land auch Fahrradboxen oder andere überdachte Fahrradstellplätze mit rund 60 Prozent der Kosten. Insofern sollte die Stadt diese Fördergelder keinesfalls verfallen lassen. Da die meisten Fahrradabstellanlagen modular gestaltet sind, können sie nach Bedarf erweitert, oder später auch auf andere Flächen verlagert werden. So könnten überdachte Fahrradstellplätze auch auf den Flächen aufgebaut werden, die vorerst nicht neu gestaltet werden. Die Abstellanlagen eignen sich dabei auch für dezentrale Konzepte, so dass die Stadt auch an mehreren kleineren Stellen aktiv werden könnte, wenn der Platz für eine zentrale Abstellanlage nicht ausreicht. Der ADFC denkt dabei unter anderem an den Bereich zwischen der Main-Weser-Bahn und den neuen Stadtbushaltestellen, die Flächen zwischen Gleis 9 und Gleis 11 sowie die Fläche hinter der neuen Post. Ebenso könnten z. B: auf der noch freien Fläche am Alten Wetzlarer Weg Fahrradboxen oder Fahrradkäfige installiert werden. Angesichts der hohen Förderquote durch das Land Hessen sollten sich mit rund 100.000 Euro mehr als 400 neue Stellplätze schaffen lassen, die nach aktuellen Zählungen des ADFC zwingend benötigt werden.




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Presse_Fahrradparken am Bahnhof Wunstorf

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