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14.09.2012 erstellt von: Jan Fleischhauer


Niemals neben abbiegenden Kraftfahrzeugen warten - ADFC fordert breitere Aufstellflächen

Gefahr: Radfahrer hintereinader am rechten Rand

Angesichts des Jahrestages eines schweren Unfalls in der Bahnhofstraße am 15.9.2011, fordert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Gießen (ADFC) die Markierung von aufgeweiteten Radaufstellflächen auf der Fahrbahn an allen Gießener Ampeln und gibt Tipps, wie Radfahrer derartige Unfälle vermeiden können.


Bei dem Unfall in der Bahnhofstraße vor einem Jahr war eine Radfahrerin von einem nach rechts in die Westanlage abbiegenden LKW überrollt und schwer verletzt worden.

Der ADFC vertritt die Auffassung, dass dieser Unfall vermeidbar gewesen wäre, wenn die Aufstellfläche vor der Ampel in der Bahnhofstraße über die gesamte rechte Fahrbahnseite markiert gewesen wäre und sich die Radlerin vor dem LKW im Sichtbereich des Fahrers hätte aufstellen können.

Fahrradaufstellbereiche wie am Berliner Platz sind Stand der Technik und erhöhen deutlich die Sicherheit, da sich bei diesen Aufstellbereichen auch mehrere Radfahrende direkt vor den wartenden Kraftfahrzeugen im Sichtbereich der Fahrerinnen und Fahrer aufstellen können. Aus diesem Grund fordert der ADFC Gießen auch an anderen Ampelkreuzungen seit längerer Zeit die Anlage dieser Aufstellbereiche.

Auch in der Bahnhofstraße hätte gemäß der „Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen“ ein entsprechender Bereich eingerichtet sein müssen. Warum dieser nach dem Umbau der Bahnhofstraße nicht markiert wurde, ist für den ADFC unverständlich. „Uns ist auch unverständlich, warum dieser Bereich immer noch nicht neu markiert wurde, obwohl die Stadt uns kurz nach dem Unfall zugesagt hat, dass sie die Markierung zeitnah ändern wird“, so ADFC-Vorstandsmitglied Jan Fleischhauer.

Wenn diese Aufstellbereiche vorhanden sind, ist es wichtig, dass die Radfahrer sie auch richtig benutzen und sich in der Mitte der Fahrspur vor den Autos aufstellen. Nachfolgende Radfahrer sollten stets ganz nach vorne fahren und nicht rechts neben den Autos oder LKWs stoppen. Das vorsichtige Vorfahren am rechten Fahrbahnrand ist nach der Straßenverkehrsordnung für Radfahrer ausdrücklich erlaubt – auch dann, wenn rechts keine Fahrrad-Schutzstreifen markiert ist. Wichtig ist jedoch, dass Radfahrende das Vorfahren sofort unterbrechen, wenn die Ampel auf Grün springt. In diesem Fall sollte man sich als Radfahrer sofort zwischen die Fahrzeuge einordnen und nicht rechts neben diesen anfahren. Nur so ist gewährleistet, dass Radfahrer von Rechtsabbiegern nicht übersehen und angefahren werden. Besondere Gefahr besteht bei LKWs: Wenn Radfahrer neben der Vorderachse eines LKWs noch bequem Platz haben und dort anhalten, weil sie vom LKW-Fahrer übersehen wurden, ist dies genau die Stelle, über die die LKW-Hinterachse rollt, wenn der LKW nach rechts abbiegt.

In diesem Zusammenhang weist der ADFC darauf hin, dass die Gefahr des toten Winkels überall besteht, wo Radfahrer rechts neben den Kraftfahrzeugen unterwegs sind. Dies gilt also insbesondere für Radwege neben der Fahrbahn, auf denen sich immer wieder schwere Unfälle ereignen, wenn Autos oder LKWs nach rechts abbiegen und die Radfahrer gar nicht oder zu spät sehen. Wenngleich Radfahrer in diesen Fällen Vorrang haben, sollten sie immer auch mit solchem, leider häufigen Fehlverhalten der Kraftfahrer rechnen oder -sofern erlaubt- besser gleich die sicherere Fahrbahn nutzen.




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Sicher: Radfahrer stehen nebeneinader VOR Autos

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