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16.05.2014 erstellt von: Jan Fleischhauer


Gartenschau: ADFC wünscht mehr Fahrradstellplätze

Gartenschau-Eingang Gutfleischstraße mit guten Stellplätzen

Zur Landesgartenschau reisen viele Besucher mit dem Fahrrad an. An den beiden nebeneingängen gibt es jedoch auch drei Wochen nach dem Start der Blumenschau noch keine Fahrradstellplätze.


Im Vorfeld der Landesgartenschau gab es wiederholt Befürchtungen, dass an der Ringallee ein Chaos ausbricht, wenn viele Besucher mit dem eigenen Auto zur Gartenschau anreisen. Die Erfahrung der ersten Wochen zeigt hingegen, dass viele der auswärtigen Gartenschau-Besucher lieber bequem mit Bus und Bahn zum Blumenfest reisen und sich somit um Parkplätze oder Parkgebühren keine Sorgen machen müssen. Die Gießener hingegen kombinieren in der Regel den Gartenschaubesuch mit einer Radtour, wenn sie das Blütenmeer der Wieseckaue besuchen. So reichen seit den ersten Tagen die rund 100 Fahrradstellplätze am Haupteingang auch an Tagen mit Regenschauern in den Nachmittagsstunden oft nicht aus, was jedoch bisher unproblematisch ist, da am nahegelegenen Badezentrum Ringallee weitere 280 Fahrrad-Stellplätze auf die Besucher warten. Die Lage am Haupteingang ist somit für den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) Gießen bisher zufriedenstellend gelöst. Das wird sich allerdings ändern, wenn im Hochsommer auch die Freibadbesucher in Massen an die Ringallee strömen.
Schon jetzt problematisch sieht es nach Ansicht des ADFCs an den Nebeneingängen aus. Schaut man auf die Übersichtspläne des Geländes, so müsste es auch dort jeweils 100 Fahrradstellplätze geben. Doch diese Stellplätze suchen die Besucher vergeblich, denn sie wurden bisher nicht aufgestellt, so dass dort Zäune, Straßenschilder oder Kunstleitpfosten als Parkplätze herhalten müssen und viele Räder „wild“ abgestellt werden. Gerade an Wochenenden und Feiertagen ist die Lage dort besonders ärgerlich, denn wenn für das Rad nicht mal ein Laternenpfahl frei ist, fällt vielen Besuchern ein entspanntes Flanieren durch die Blütenpracht aus Angst vor Fahrraddiebstahl schwer.
Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub hat daher schon vor drei Wochen die Landesgartenschau-GmbH kontaktiert, damit die dem ADFC vor einem Jahr zugesagten Fahrradbügel endlich aufgestellt werden. „Leider haben wir jedoch bisher keine Auskunft bekommen, wann die Fahrradbügel endlich aufgestellt werden; auch das Kassenpersonal hat dazu keine Informationen“, so ADFC-Vorstandsmitglied Jan Fleischhauer.
Das Fahrradparkkonzept hält der ADFC Gießen allerdings auch grundsätzlich für wenig sinnvoll, da die Gartenschau-Macher an den Nebeneingängen Fahrradbügel aus Holz aufstellen wollen. Viel Sicherheit bieten diese Stellplätze also selbst dann nicht, wenn sie endlich aufgestellt wären, da sie sich mit einem Akkuschrauber oder einer Säge schnell demontieren lassen. „Wir hatten daher im letzten Jahr vorgeschlagen, dass fundamentlose Fahrradständer genutzt werden, so wie es sie am Bahnhof gibt. Diese müssten dann nach den 163 Tagen Gartenschau auch nicht in den Müll wandern, sondern könnten nach Ende der Gartenschau z.B. an einer der Gießener Schulen einen guten Zweck erfüllen. Wir bedauern daher sehr, dass die Betreiber der Gartenschau sich nicht für diese nachhaltige Lösung entschieden haben“, so der ADFC.
Den Radfahrern empfiehlt der ADFC nun, für die nächste Zeit, nach Möglichkeit den Haupteingang zu nutzen oder die Fahrräder aus Sicherheitsgründen an Zäunen des Geländes oder Straßenschildern anzuschließen, auch wenn dies der Attraktivität der Eingangsbereiche wenig zuträglich ist.

= Nachtrag =

Anfang Juni wurden an allen drei Landesgartenschau-Eingängen weitere Fahrradstellplätze geschaffen: 94 am Quellgarten, 60 am Haupteingang, 30 am Waldbrunnenweg. Dabei wurden ADFC-zertifizierte Fahrradparker vom Typ Beta-XXL verwendet. Die 184 mobilen Abstellplätze werden nach der Gartenschau an die Stadt Gießen verkauft. Die Stadt plant die mobilen Fahrradparker zukünftig bei temporären Veranstaltungen wie dem Stadtfest aufzustellen.

Der ADFC Gießen dankt der Stadt Gießen und der Landesgartenschau GmbH, dass seine Anregung komplett umgesetzt wurde und eine nachhaltig fahrradfreundliche Lösung gefunden wurde.




Bildergalerie

Gartenschau-Eingang Waldbrunneweg ohne FahrradbügelGartenschau-Eingang Quellgarten ohne Fahrradbügel

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