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30.07.2015 erstellt von: Jan Fleischhauer


ADFC: Mehr Fahrradparkplätze für den Bahnhof

Fahrräder am Bahnhof Gießen

Mehr als 200 Fahrradstellplätze fehlen derzeit am Gießener Bahnhofsvorplatz. Dies belegen Zahlen des Allgemeinen Deutsche Fahrradclub Gießen (ADFC), der regelmäßig Fahrradzählungen durchführt.


Mit dem Umbau des Gießener Bahnhofsvorplatzes hatte sich die Anzahl der Fahrradabstellanlagen seit 2012 um 48% (312 Fahrradabstellplätze) erhöht. An Altem Wetzlarer Weg, Bahnhofsvorplatz und Lahnstraße können inzwischen 966 Fahrradständer genutzt werden. Entspannt hat sich die Lage dadurch jedoch kaum, denn seitdem mehr und bessere Abstellanlagen zur Verfügung stehen, stieg auch die Nutzung um rund 250 Fahrräder. Allein im Bereich rund um den Bahnhofsvorplatz parken derzeit 200 Fahrräder mehr als es Abstellplätze gibt.
Nach Ansicht des ADFC sollte die Politik dies jedoch nicht als Problem, sondern als Chance sehen: „Die Gießener wollen das Rad nutzen und tun das auch, wenn das Angebot stimmt.“, so der ADFC-Vorsitzende Hartwig Leuer. Die Stadt könne sich daher glücklich schätzen, dass die Bürger bereit sind, das Auto stehen zu lassen und mit Rad und ÖPNV zu fahren. Weniger Abgase, Lärm und Feinstaub sowie mehr Klimaschutz in der Stadt sind also möglich. Das Stadtparlament müsse die Bereitschaft der Bevölkerung nur noch aufgreifen und sollte daher in den nächsten Jahren ein Fahrradparkhaus mit mindestens 1.000 Stellplätzen hinter der neuen Post schaffen, wo bereits entsprechende Flächen für das Fahrradparkhaus reserviert sind. Dass dafür Bedarf besteht, ist aus Sicht des ADFC offensichtlich, denn den Gießener Bahnhof nutzen täglich mehr als 20.000 Reisende. Bei einem Radverkehrsanteil von mehr als 20% in der Stadt bedeutet dies ein Potential von täglich 4.000 Radfahrern, die mit dem Rad zum Bahnhof fahren würden, wenn dort das Angebot stimmt.
Der ADFC weist dabei auch drauf hin, dass alleine die Justus-Liebig-Universität im letzten halben Jahr 700 neue Fahrradstellplätze an ihren Hochschulstandorten geschaffen hat. Mehr als 4.000 weitere Stellplätze werden in den nächsten Jahren folgen. Die Stadt müsse mit dieser Dynamik Schritt halten, auch um eine noch größere Überlastung der Gießener Buslinien in der Hauptverkehrszeit zu vermeiden. Dass die Verdopplung auf 2.000 Fahrradstellplätze für eine Stadt wie Gießen keine Utopie ist, zeige die niedersächsische Hochschulstadt Lüneburg mit ihren 74.000 Einwohnern: Dort stehen über 2.100, zum Großteil kostenfreie Fahrradstellplätze in zwei Fahrradparkhäusern zur Verfügung und ein weiteres, drittes Fahrradparkhaus befindet sich in der Hansestadt bereits in Planung.


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