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15.01.2017 erstellt von: Jan Fleischhauer


Eltern dürfen Kinder auf Gehwegen begleiten

Eltern dürfen Kinder auch auf dem Bürgersteig begleiten

Für das gemeinsame Radfahren mit Kindern gelten seit einem Monat neue Regeln in der Straßenverkehrs-Ordnung - darauf weist der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Gießen (ADFC) hin.


Seit Mitte Dezember ist es Eltern gestattet, ihre Kinder unter zehn Jahren auf dem Gehweg zu begleiten. In diesem Zusammenhang muss allerdings beachtet werden, dass nur eine Begleitperson pro Kind den Nachwuchs auf dem Gehweg begleiten darf. Auf Fußgänger müssen Eltern und Kinder besondere Rücksicht nehmen. Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden, wenn nötig. muss mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. An jeder Kreuzung oder Einmündung müssen das Kind und die Begleitperson absteigen und das Fahrrad schieben. Es gelten dann an den Einmündungen und Kreuzungen auch nicht die Vorfahrtsregeln der Straße, sondern die Vorrangregeln für Fußgänger. Für Kinder, die zehn Jahre oder älter sind, bleibt der Gehweg grundsätzlich tabu.
Der ADFC Gießen begrüßt diese Regelung, denn so wird es Eltern erleichtert, die Aufsichtspflicht besser zu erfüllen. Kinder können so einfacher und früher das Radfahren erlernen. Bis zur Neuregelung im Dezember mussten die Kinder alleine auf den Gehwegen fahren und die Eltern auf der Fahrbahn. Wenn dann noch Autos zwischen Gehweg und Fahrbahn parkten, war eine Beaufsichtigung der Kinder fast unmöglich.
Ebenfalls neu ist die Regelung, dass kleine Kinder nun auch Radwege mit dem Fahrrad befahren dürfen. Dort sind die zwar oft auch schon früher gefahren, legal war dies aber nicht, denn sie hätten bei einem getrennten Rad- und Gehweg damals stets den Gehwegteil nutzen müssen. Der ADFC Gießen begrüßt daher auch diese Neuregelung. Weiterhin verboten ist es Kindern bis zum vollendeten 8. Lebensjahr jedoch, markierte Radfahr- und Schutzstreifen auf Fahrbahnniveau zu benutzen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass Kinder zu schnell vom Radstreifen auf die Fahrbahn gelangen könnten und dann vom Autoverkehr gefährdet werden.
Das Radfahren auf Gehwegen für Erwachsene, die keine Kinder begleiten, bleibt selbstverständlich weiterhin verboten. Der ADFC Gießen appelliert auch an alle Radfahrenden, dieses Verbot zu beachten, denn das verbotene Radfahren auf Gehwegen ist gefährlich und eine der Hauptunfallursachen beim Radfahren. Gehwegradfahren gefährdet und belästigt nicht nur Fußgänger, sondern stellt auch eine Gefahr für die Radfahrer dar, da sie an Grundstücksausfahrten, Einmündungen und Kreuzungen auf dem Gehweg von Autofahrern nicht erwartet werden und somit schnell übersehen und angefahren werden können. Auf der Fahrbahn oder auf Radstreifen sind Radfahrende hingegen im direkten Sichtfeld der Autofahrer und werden daher nicht so leicht übersehen oder angefahren wie auf Gehwegen, wo sie niemand erwartet.

Bild: ADFC/Gerhard Westrich


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