Kopfbild_Neuen Baue Fahrraddemo
02.10.2019 erstellt von: Jan Fleischhauer


Sicher durch den Kreisverkehr

Kreisverkehr Allendorf 1

Seit fünf Jahren existiert der Kreisverkehr zwischen Kleinlinden und Allendorf, der das Neubaugebiet „Altes Gericht“ erschließt. Wie man sicher durch den Kreisel kommt, erläutert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC).


Wer zum ersten Mal von Kleinlinden nach Gießen-Allendorf fährt, ist irritiert: Kurz vor dem Kreisverkehr endet der Radweg und man wird –baulich geschützt - auf die Fahrbahn geführt. Beim Einfahren auf die Fahrbahn stellt sich die erste Frage: Wer hat eigentlich Vorfahrt? Die StVO gibt gleich zwei Antworten: Beim Verlassen eines Radwegs und Einfahren auf die Fahrbahn müssen Radfahrer eigentlich den Autos Vorfahrt gewähren, da aber vom Radweg auf einen sogenannten Radfahrer-Schutzstreifen gefahren wird, den Autofahrer gar nicht nutzen dürfen, kann unbesorgt der Radweg verlassen werden. Am Ende der weißen Markierung vor der Engstelle zum Kreisverkehr hat dann der Radfahrer erneut die besseren Karten: Autofahrer befinden sich hier in einem Überholvorgang, wenn sie an Radfahren vorbeifahren. Das Überholen müssen sie einstellen, wenn es eng wird und wenn sie den Mindestüberholabstand von 1,50m nicht einhalten können. Von daher gilt spätestens ab dem Fahrbahnteiler ein Überholverbot, was selbstverständlich auch im Kreisverkehr gilt, da der innere Bereich des Kreisverkehrs nur von LKW überfahren werden darf, die ihn ansonsten nicht passieren könnten. Damit auch eiligen Autofahrern klar ist, dass sie nicht überholen dürfen, empfiehlt der ADFC das Rechtsfahrgebot nicht falsch zu verstehen und mit Blick auf die eigene Sicherheit eher mittig durch alle Gießener Kreisverkehre zu fahren.
Warum aber schickt die Stadt Gießen die Radfahrer durch den Kreisverkehr und leitet sie nicht auf Radwegen drumherum? Die Führung wurde gewählt, weil sie am sichersten ist, denn im Kreisverkehr sind Radfahrer und Autofahrer ungefähr gleich schnell. Hätte man einen Radweg oder einen Radstreifen angelegt, würden die Radfahrer in nahezu gleichem Tempo neben den Autofahrern fahren und würden beim Rechtsabbiegen all zu leicht übersehen. Es gäbe die typischen Rechtsabbiegeunfälle, die immer dann passieren, wenn Autofahrer keinen Schulterblick machen oder Radfahrer trotz Schulterblick hinter der B-Säule nicht erkennen. Aus diesem Grund ist auch das Anlegen der ansonsten sehr sicheren Radfahrstreifen in Kreisverkehren bundesweit seit vielen Jahren verboten. Umlaufende Radwege sollen nur dann als Alternative für unsichere Radfahrer angeboten werden, wenn mehr als 15.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs sind. Am Kreisel in Allendorf sind es gerade mal 3.500 pro Tag.




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Kreisverkehr Allendorf 2

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